Neues zur Evangelischen Schule für die Prignitz

Evangelische Stephanus-Grundschule im Kirchenkreis Prignitz

Fristgerecht hat die Stephanus Stiftung den Antrag auf Gründung einer Evangelischen Schule im Kirchenkreis Prignitz beim Bildungsministerium eingereicht. Wird dem Antrag stattgegeben, kann die neue Schule zum kommenden Schuljahr 2021-22 an den Start gehen.
Eine einzügige Grundschule wird es sein. Geplant ist, dass sie mit einer ersten Klasse startet und jedes Jahr eine Klasse dazukommt, so dass die Schule langsam wächst.
In einer Klasse werden 23 Kinder sein.
Bis das Schulhaus in der Grünstraße in Pritzwalk saniert ist, wird die Schule An der Promenade in Pritzwalk ihr kleines Haus unterm Maulbeerbaum haben. 2-3 Jahre kann die Schule dort wachsen, bis sie größere Räumlichkeiten braucht.
Da die Evangelische Stephanus-Grundschule eine Schule in freier Trägerschaft sein wird, ist es nötig, dass für die Kinder, die die Schule besuchen, Schulgeld bezahlt wird. Das Land Brandenburg refinanziert freie Schulen nicht zu 100%, sondern lässt einen Anteil, der durch Spenden und durch Elternbeiträge finanziert werden muss. Das Schulgeld richtet sich nach dem Einkommen der Eltern.
Die Schulkultur in der Stephanus-Grundschule basiert auf Menschlichkeit, Partizipation, Demokratie und einen evangelischen Geist. Den Kindern soll eine Entwicklung in Gemeinschaft, Verlässlichkeit, wiederkehrende Rhythmen, aber auch mit zahlreichen kognitiven und lebensbezogenen Herausforderungen geboten werden. Das Bildungsideal der Evangelischen Schule sind Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit und Selbstwahrnehmung, die zentral und übergreifend das gemeinschaftliche und gesellschaftliche Wohl in den Blick nehmen.
Prägend für die Stephanus-Grundschule im Kirchenkreis Prignitz wird eine Pädagogik der Achtsamkeit sein und die Ausrichtung auf eine gemeinschaftlich-globalen Zukunftsorientierung. Die zukünftige Schulleiterin, Dr. Annerose Fromke, lädt Eltern und andere Interessierte ein, daran mitzuwirken, dass die Schule einen guten Start nimmt. Lesen Sie im folgenden ihre Einladung

Susanne Michels

Ehrlich, echt und evangelisch –
eine neue Stephanus-Schule bahnt sich den Weg

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so lautet ein afrikanisches Sprichwort. „Um 120 Kinder zu erziehen, benötigen wir einen ganzen Kirchenkreis“, so die Prignitzer Umdichtung. Eine evangelische Schule zu gründen, ist eine Botschaft, die in die Zukunft weist. Es bedarf des Einsatzes und der Lust von vielen, vielen Menschen. Gründungsgeschichten lesen sich immer spannend und auch verworren. Sie sind gespickt mit unzähligen Wundern: Hilfeleistungen, die sich unverhofft einstellen, Menschen, die Freunde finden, Pragmatiker, die zu Visionären werden.
Die Schulwelt in Deutschland ist bunt. Es gibt musische Schulen, demokratische Schulen, Waldorf- oder Montessori-Schulen usw… Was ist jedoch das Kennzeichen von evangelischen Schulen? Sie sind „Werkstätten der Menschlichkeit“ – so hat es der Bischof und Schuldidaktiker Jan Amos Comenius vor mehr als 400 Jahren formuliert. Evangelische Schulen stellen den Menschen als Individuum und Gemeinschaftswesen in den Mittelpunkt. Im Zentrum steht die Herzensbildung, die Stärkung von Seele und Geist oder modern ausgedrückt die Stärkung der Selbstwirksamkeit mit Gewissen. Das äußere Lernen ist wichtig, aber es darf den Menschen nicht bestimmen und ihm die innere Entfaltung und Reifung vorenthalten. „Der Mensch ist auch Mensch, ohne gelehrt zu sein“, so Immanuel Kant. Evangelische Schulen folgen den alten Geschichten, den Weisheiten des Evangeliums, den philosophischen Grundfragen des Menschseins. Der Mensch ist nicht nur ein Aktionswesen, sondern er hat zu reflektieren, zu urteilen und dies mit Gewissen und großer ethischer Kompetenz.
Man kann Schulen sehr unterschiedlich aufbauen. Insbesondere in der heutigen Zeit gibt es viele bunte Vorstellungen. In der evangelischen Stephanus-Schule im Kirchenkreis Prignitz soll ehrliches und echtes Leben und Lernen in den Vordergrund rücken – verortet u.a. in den pädagogischen Vorstellungen von Comenius, Salzmann, Petersen und Freinet. Schülerinnen und Schüler haben das Recht, nicht nur in den vier Wänden der Klassenräume zu lernen. Ebenso haben sie das Recht neben dem Kopf, mit der Hand und den Sinnen zu lernen, selbst zu pflanzen, zu bauen, zu backen und vieles mehr. Es ist die Erfahrung, die sich tief in den Menschen eingräbt und nicht das gelernte oder gelesene Wort. Bücher, Bildschirme, Arbeitsblätter sind wichtig, dürfen aber nicht dominieren. Sie vermitteln Wissen, doch die Wurzeln von Handlungskompetenz und Lebensmut liegen tiefer.
10 Jahre dauert in etwa der Aufbau einer Schule. 10 Jahre dauert es, bis ein Schulprogramm ausreichend evaluiert ist und dauerhaft trägt. Dieser Weg wird mühsam sein und bedarf vieler Menschen, die mitmachen, die begeistert sind, ob im Förderverein, als Lesepaten, als Ausflugspaten, als Anbieter von Arbeitsgemeinschaften, für Reparaturen und Bauarbeiten und so weiter. Auch viele Spenden werden nötig sein. Im Unterschied zu Kindergärten, werden Schulen in privater Trägerschaft vom Staat nur anteilig finanziert. So bleibt es nicht aus, immer wieder um Spenden zu bitten und Schulgeld einzuziehen. Nicht in allen Ländern ist dies der Fall, in den Niederlanden z.B. werden alle Schulen zu 100 % vom Staat finanziert.
Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere evangelische Schule mitaufbauen möchten, in welcher Form auch immer. Schließen Sie sich der „Dorfgemeinschaft“ mit an. Nehmen Sie zu uns Kontakt auf. Bald startet unser Förderverein. Ob als Mitglied, als Pate, Mitmacher oder als einfacher Spender, wir benötigen, viele Menschen, die sich beteiligen möchten.

Annerose Fromke (künftige Schulleiterin Evangelische Schule)

 

Mit Fragen und Anregungen oder wenn Sie sich engagieren wollen, wenden Sie sich gerne an uns:
Schulleiterin Dr. Annerose Fromke: annerose.fromke@mailbox.org
Pfarrerin Susanne Michels: s.michels@kirchenkreis-prignitz.de; Tel.: 03395 – 700 938
Stephanus Stiftung: Grundschule.prignitz@stephanus.org

Ein nächster Informations-Abend zur Evangelischen Stephanus-Grundschule im Kirchenkreis Prignitz ist für den 14. Januar 2021 um 18.30 Uhr geplant. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Wir freuen uns über Spenden für die Evangelische Schule auf folgendes Konto:
KKVerband Prignitz-Havelland-Ruppin
IBAN: DE73 1605 0101 1411 0005 24
Stichwort: Evangelische Schule Prignitz